Über soziale Netzwerke

Neuer Job: Im Internet gefunden werden

Soziale Netzwerke: Wie sich Bewerber richtig in den Sozialen Business-Netzwerken darstellen

von Dipl. Ök. Birgit Bruns

Eine neue Stelle zu finden ist nicht einfach. Die Suche danach ist meist mit einem recht großen Aufwand verbunden. Seit einiger Zeit gibt es jedoch einen neuen Weg, um über Soziale Netzwerke die nächste große Herausforderung zu finden. Denn wer eine Stelle sucht, kann sich mit seinem Profil in den Sozialen Business-Netzwerken im Internet positionieren. Schließlich suchen immer mehr Arbeitgeber und Personalberater dort nach qualifizierten und oft sehr spezialisierten Mitarbeitern. Für den deutschsprachigen Raum ist daher ein eigenes Profil auf Xing unabdingbar. Wer eine internationale Herausforderung sucht, liegt mit einem Profil auf LinkedIn richtig. Für eine Führungsposition kann man über ein – allerdings kostenpflichtiges – Profil auf der Business-Plattform Experteer nachdenken. Um gefunden zu werden und freie Stellen angeboten zu bekommen, ist es wichtig, einige Punkte zu berücksichtigen. Wir haben hier einige Tipps für Soziale Netzwerke – insbesondere für Xing – zusammengefasst, die sich jedoch auch für LinkedIn übertragen lassen.

Privatsphäre: Wie viel darf Ihr Netzwerk wissen?

Es klingt ganz einfach, aber wenn Sie von anderen gefunden werden möchten, müssen Sie dafür z.B. in Xing eine Freigabe erteilen, sonst können Sie nur Nachrichten von solchen Personen bekommen, die bereits zu Ihrem Kontaktnetzwerk gehören. Personalberater oder Personalreferenten aus Unternehmen können Ihnen auf diese Weise keine interessanten Angebote zuschicken.

Wichtig: Die Einstellungen festlegen

Wie Sie das ändern? In Xing befindet sich rechts oben eine Symbolleiste. Klicken Sie auf das Symbol in Form des Rädchens (Einstellungen, Rechnungen & Konten) und dann auf den Reiter „Privatsphäre“. Dort können Sie die entsprechenden Eingaben machen.

Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Kollegen sehen, wenn Sie Ihr Profil aktualisieren, können Sie diese Benachrichtigungen auch unterbinden. Dazu gehen Sie in Xing wieder auf die obere Symbolleiste im Startbildschirm in Form des Rädchens (Einstellungen), klicken dort auf „Privatsphäre“ und gehen in die Rubrik „Ihre Aktivitäten“. Dort wählen Sie die Punkte aus, über die Ihr Netzwerk informiert werden darf und über welche es nicht informiert werden soll.

Wann Sie Ihr Xing-Foto nicht ändern sollten

Was Sie übrigens nicht ändern sollten, wenn Sie sich eine neue Stelle suchen wollen, ist Ihr Foto. Warum? Wenn Ihre Kollegen oder Ihr/e Chef/in, mit denen Sie sicher vernetzt sind, Ihr neues Foto sehen, können schnell Gerüchte aufkommen, weil sich Ihr Umfeld fragt, aus welchem Grund Sie bei einem Fotografen waren. Um erst gar nicht in eine solche Falle zu tappen, lassen Sie Ihr Foto im Internet einfach so wie es ist. Ihre Bewerbungsunterlagen jedoch sollten Sie in jedem Fall um Ihr neues Foto ergänzen.

Mitgliedschaften: Welche Funktionen sind mir wichtig?

Die Xing Basis-Mitgliedschaft

Soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn bieten verschiedene Varianten der Mitgliedschaft an. In Xing können Sie mit einer kostenlosen Basis-Mitgliedschaft beitreten. Hier stehen Ihnen die wichtigsten Funktionen zur Verfügung: Sie können ein Profil anlegen, sich mit Kontakten vernetzen, Ihre Karrierewünsche angeben, Jobs suchen, aktiv in Gruppen agieren und an Events teilnehmen. Wenn Sie von anderen Xing-Mitgliedern angesprochen werden möchten, die eine Stelle besetzen möchten und dafür jemanden wie Sie suchen, sollten Sie in Ihrem Profil unter „Projobs-Einstellungen“ unbedingt „Aktiv auf Jobsuche“ bei den Standard-Angaben anklicken. Diese Rubrik finden Sie auf Ihrer persönlichen Profilseite in der rechten Spalte oben unter dem Menüpunkt „Projobs-Einstellungen“.

Falls Sie nicht auf Jobsuche sind, aber offen für Angebote sind oder derzeit kein Interesse an Angeboten haben, können Sie auch diese Optionen auswählen. Falls Sie auf Jobsuche sind, es Ihr derzeitiger Arbeitgeber oder Ihre Kollegen aber nicht sehen sollen, können Sie die Sichtbarkeit Ihrer Karrierewünsche auf „Nur Recruiter“ einschränken. Dann können nur solche Xing-Mitglieder die mit dem Xing Talentmanager arbeiten, dies auf Ihrem Profil lesen. Möglich ist auch diese Option für „Kontakte und Recruiter“ und „Alle XING-Mitglieder“ sichtbar zu machen.

Die Xing Premium-Mitgliedschaft

Die Premium-Mitgliedschaft ergänzt die Basis-Mitgliedschaft um folgende Punkte: Sie können, gegen die Zahlung einer Gebühr, Profilbesucher namentlich sehen, Nachrichten an fremde Mitglieder schicken und Ihnen steht eine umfangreichere Such- und Recherche-möglichkeit für die Suche nach neuen Kontakten oder Jobs zur Verfügung. Des Weiteren können Recruiter Ihr Profil schneller finden und diese erhalten mehr Informationen über Sie. So können Sie spezifischere Stellenangebote erhalten.

Sie haben zudem die Möglichkeit eine Projobs-Mitgliedschaft zu erwerben. Hier erhalten können Sie alle Funktionen der Premium-Mitgliedschaft nutzen. Außerdem können Sie mehr Zusatzangaben zu Ihrer Person machen und detailliert entscheiden, welche Xing-Mitglieder auf welche Ihrer Angaben zugreifen können. Mit der Projobs-Mitgliedschaft haben Sie Zugriff auf Top-Stellenangebote (ab. 50.000€ Jahresgehalt) und Xing bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Bewerbungsunterlagen von Partnern prüfen zu lassen.

Positionierung: Wo soll die Karriere-Reise hingehen?

Bevor Sie anfangen die ersten Bewerbungen für Ihre neue Stelle zu schreiben, werden Sie sich zunächst über das Ziel Ihrer Aktivitäten klar. Wo soll die Reise hingehen? Was für eine Stelle soll die Nächste sein? Er dann sollten Sie Richtung Soziale Netzwerke aktiv werden.

Wenn die Strategie klar ist, sollten die Keywords, die in der Xing-Rubrik „ Ich suche“ eingegeben werden. Zur Überprüfung können Sie mittels der eigenen Keywords nach Profilen und Stellen suchen, inwiefern Ihre Keywords wirklich geeignet sind. Nützlich ist es auch, die englischen Übersetzungen Ihrer Keywords anzugeben, um eine bessere Auffindbarkeit zu erreichen.
Auch das Wörtchen „Herausforderung“ sollte nach Möglichkeit nicht in Ihrem Profil fehlen, denn nach diesem Stichwort suchen Personalabteilungen und Recruiter auch. Aber Vorsicht: Dieses Stichwort sollten Sie nur dann in der Rubrik „Ich suche“ aufnehmen, wenn nichts dagegen spricht, dies offen zu kommunizieren. Dies ist etwa der Fall, wenn Sie also zum Beispiel mit Ihrem Noch-Arbeitgeber bereits vereinbart haben, dass Sie aus dem Unternehmen ausscheiden werden.

Soziale Netzwerke: Ihr Lebenslauf

In der Rubrik „Berufserfahrung“ ist es nicht nur wichtig, den Jobtitel und den Namen des Unternehmens einzugeben, sondern auch die Internetadresse und/oder eine kleine Beschreibung des Unternehmens bzw. der eigenen Tätigkeit. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Angaben jedes Unternehmens inkl. der Internetadresse stets aktuell sind.

Noch besser ist es, die eigenen Erfolge im jeweiligen Unternehmen kurz zu erläutern, damit ein Betrachter Ihres Profils sich ein gutes Bild davon machen kann, was Sie für ein Unternehmen leisten können. Auch dabei liefern Sie wichtige Keywords, mit denen andere Sie finden können. Wichtig ist hierbei, auf spezielle individuelle Berufsbezeichnungen zu verzichten und stattdessen geläufigere Bezeichnungen zu wählen, damit Sie von Personalentscheidern und Recruitern besser gefunden werden können. Den eigentlichen Titel können Sie in Klammern setzen.

Mit der Berufserfahrung punkten

In Ihrem Lebenslauf sollten Sie darauf achten, nach Möglichkeit Monatsangaben bei Ihren beruflichen Tätigkeiten anzugeben. So kann Xing automatisch die Dauer Ihrer jeweiligen Berufserfahrung berechnen und stellt diese in Form von kleinen (bei kurzer Dauer) bzw. großen Kreisen (bei längerer Dauer) optisch dar. An dieser Stelle sollten Sie sich überlegen, ob Sie bei ausreichend ausgeprägter Berufserfahrung in Ihrem speziellen Fachgebiet kleinere Tätigkeiten wie länger zurückliegende Aushilfs- oder Studentenjobs, die für Ihr heutiges Arbeitsgebiet keine Relevanz mehr besitzen, noch mit auflisten. Sofern diese Angaben auch heute noch relevant sind, lassen Sie sie bitte stehen.

In Xing ist es möglich, pdf-Dateien hochzuladen. Überlegen Sie, ob es für Sie sinnvoll ist, wenn Sie hier z.B. Ihren Lebenslauf (auf Deutsch und gegebenenfalls auch auf Englisch) oder andere Dokumente (z.B. Veröffentlichungen) hochladen.

Sollte sich einmal etwas an Ihrem Lebenslauf ändern, setzen Sie diese Anpassungen am besten zeitnah um.

Stellen Sie auch Ihre Zusatzqualifikationen dar

Unter dem Punkt „Qualifikationen“ lassen sich Zusatz-Qualifikationen in Xing sehr gut darstellen. Diese Rubrik kann man z.B. dafür nutzen, um darzustellen, mit welcher Software oder welchen Programmiersprachen man sich besonders gut auskennt. Denn auch diese Begriffe sind wichtige Keywords, über die Bewerber auf den Business-Portalen im Internet gefunden werden können.

Sprachen werden immer wichtiger. Xing bietet nicht nur die Möglichkeit, dass man dort angeben kann, welche Sprachen man spricht. Man kann auch angeben wie gut man die jeweilige Sprache beherrscht. Wer Fremdsprachen gelernt hat, sollte dies hier unbedingt eintragen. Das gilt ebenso für den Stand der Kenntnisse. Wählen Sie zwischen den Optionen „Muttersprache“, „Fließend“, „Gut“ und „Grundkenntnisse“ das Passende aus.

Neu: Mit den XING-Profildaten den eigenen Lebenslauf erstellen

Hin und wieder bieten Soziale Netzwerke interessante neue Features an. So können Sie jetzt bei Lebenslauf.com mit den Angaben Ihres Xing-Profils schnell und unkompliziert Ihren persönlichen Lebenslauf erstellen und diesen dann als PDF speichern oder ausdrucken. Klicken Sie dazu auf Lebenslauf.com einfach auf den Button „Importieren“ und dann „Von Xing-Profil“. Sie erhalten nun einen fertig gestalteten Lebenslauf, der mit den Eingaben auf Ihrem Xing-Profil vorausgefüllt ist. Sie können diesen Lebenslauf nach Wunsch ergänzen, das Design ändern, Anlagen hinzufügen etc.. Auch die Erstellung eines Bewerbungsschreibens ist jetzt mit Lebenslauf.com möglich.

Benchmarking: Wie wirkt Ihr Profil auf andere?

Soziale Netzwerke: Schauen Sie sich andere Profile an und überlegen Sie, was Sie dort anspricht und was nicht. Passen Sie Ihr eigenes Profil entsprechend an. Auch hier können Sie nach Ihrer Berufsbezeichnung suchen und sich ähnliche Profile anschauen.

Zeigen Sie Menschen Ihres Vertrauens Ihr Profil und bitten sie um ein ehrliches Feedback dazu. Dies sollte eine Personen sein, die am besten selbst etwas Bewerbungs- und Internet-Erfahrung hat.  Und es sollte jemand sein, den Sie in Ihre Pläne einweihen können. Es gibt aber auch Profis, die Sie für eine solche Beratung konsultieren können.

Ich im Internet

Wer auch Profile auf anderen sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat oder Google+ unterhält, sollte darauf achten, dass hier keine Fotos oder andere Inhalte veröffentlicht sind, die einen selbst oder das eigene Umfeld in einer Weise zeigen, die für das Arbeitsumfeld nicht angemessen ist. Wenn solche Fotos oder Inhalte unbedingt veröffentlicht werden sollen, ist es wichtig, dass der eigene Account nicht für alle einsehbar. Dann sollten die Einstellungen solche Inhalte als privat kennzeichnen und diesen Content nur für bestimmte Nutzer einsehbar machen.

Hin und wieder sollte man sich zur Kontrolle selbst googeln. Das sogenannte Ego-Googeln zeigt Ihnen welchen Eindruck andere, die Sie im Web suchen, von Ihnen erhalten. Um das Ego-Googeln systematisch zu betreiben und um sofort benachrichtigt zu werden, wenn etwas über die eigene Person gepostet worden ist, hat Google jetzt eine neue Funktion eingeführt. Jeder, der einen Google-Account besitzt, kann die Funktion „Ich im Internet“ kostenlos nutzen.

Zu unseren Stellenangeboten gelangen Sie hier.